Entdecken Sie Australien!

Der Kontinent der Abenteuer - eine junge Gesellschaft in einem uralten Land
Noch einmal erfasst eine Bö die brummende Boeing 747. Letzte Wolken rasen wie Handtuchfetzen am Fenster vorbei. Ein Schaukeln. Dann ist der Blick frei: auf Spielzeughäuschen mit karminroten Dächern. Auf Hotel- und Bürotürme, die wie spitze Zeigefinger emporragen. Auf die Harbour Bridge, die sich wie ein altmodischer Kleiderbügel übers graublaue Wasser des Hafens von Sydney spannt, und die winzigen Fähren, die einen Schlagsahnekranz hinter sich her zu ziehen scheinen. Das Muscheldach des Opernhauses blitzt für eine Sekunde rötlich auf, getroffen von einem frühmorgendlichen Sonnenstrahl. Eine letzte, dramatisch steile Kurve. »Cabin Crew, prepare for landing!« Rumpelnd setzt die Maschine auf der Piste des Kingsford Smith Airport auf - willkommen im Abenteuerland Australien. Abenteuerland? Für neun von zehn Mitteleuropäern beginnt der erste Kontakt mit Down Under eher etwas ernüchternd. Denn sie landen in Sydney - Häuser, Kirchen, kühne Bauwerke, brav aneinandergereiht wie Zinnsoldaten. Dazwischen, hineingekleckst wie kleine Südseeinseln in den Pazifik, einige grüne Parks mit schweren Eukalyptusbäumen. Nichts, was es nicht zu Hause auch gibt - und so möchte man meist möglichst schnell diesem Häusermeer entfliehen, hinaus in die scheinbar endlose Weite, wie sie in den Reisekatalogen zu sehen ist. Gemach. Es gibt viele Klischees über Down Under. Sicherlich träumt man als zivilisationsmüder Europäer davon, gleich nach der Landung ein Rendezvous am Lagerfeuer mit Crocodile Dundee höchstselbst oder wenigstens dessen Bruder zu erleben. Die Realität sieht anders aus. Australien ist ein Land mit einer der höchsten Urbanisierungsraten der Welt - die weitaus meisten der knapp 19 Mio. »Aussies« leben in Städten; und so gehört das Bürovolk, das morgens mit wehenden Krawatten durch die Straßenschluchten von Sydney oder Melbourne stiebt und sich abends schnell auf ein kühles Toohey's oder Victorian-Bitter-Bierchen im Pub trifft, ebenso dazu wie etwa die Heerscharen der Youngsters, die sich am Wochenende ins reiche Nachtleben stürzen, die kulturbeflissenen theatre-goers, die keine Theatervorstellung auslassen, die Segler, Surfer oder Wasserfanatiker, die dottergelbe Stadtstrände wie Bondi Beach in Sydney oder Scarborough Beach in Perth bevölkern, oder die schrill geschminkten Schwulen und Lesben beim Sydney Mardi Gras, der großen Parade. Die Vielfalt ist Programm in diesem Land, und wer einmal 140 Nationen auf engstem Raum erleben möchte, der sollte sich Melbourne näher anschauen. Der zumeist friedliche Multikulturalismus ist das Resultat großer Einwanderungswellen wie etwa in den 1950er-Jahren. Doch die australische Note ist immer dabei - das no worries, mate (alles klar, Kumpel!) klingt aus Griechenmund in Sydney, mit deutschem Akzent in Adelaide oder mit türkischem Unterton in Melbourne ebenso echt wie in Alice Springs, Fitzroy Crossing oder sonstwo im Outback.


Pinnacles (Nambung) National Park

Ein Paradies für Fotografen: Die spektakuläre Ansammlung von bis zu 5 m hohen Kalksteinsäulen, 260 km nördlich von Perth, besucht man wegen der Lichtverhältnisse am besten am frühen Morgen. Ob sich hier die biblische Erzählung von Lots Frau hätte zutragen können, die zur Salzsäule erstarrte? Zumindest manche der Pinnacles erinnern an steingewordene Menschen. Wer den 5 km langen Rundweg durch den Säulenwald entlangfährt oder zwischen den Kegeln für ein Foto posiert, der mag sich die Geschichte wirklich gut vorstellen können. Wann die Pinnacles entstanden, ist zwischenzeitlich geklärt: vor rund 150 000-80 000 Jahren. Die Sonne buk hohlen Baumstümpfen den durch Wind angetriebenen Wüstensand auf. Durch chemische Reaktionen verklumpte das Granulat zur Kalksäule, an der wieder neuer Sand haften blieb.

Harbour Bridge

Früher konnte man die 1932 eröffnete Sydney Harbour Bridge nur von weitem besichtigen - seit 1998 kann man sie besteigen. Die Dreieinhalbstundentour ist heute eine der Hauptattraktionen von Sydney. Über Stahlleitern, stählerne Brücken und Treppen können Sie bis zum höchsten Punkt des 503 m breiten Brückenbogens klettern. Nur etwas für Schwindelfreie! Jeder Kletterer wird mit Gurten über einem Overall gesichert. Bridge Climb, ab 150 A$, 5 Cumberland Street, The Rocks, Tel. 02/82 74 77 77, www.bridgeclimb.com, eine Voranmeldung ist unbedingt zu empfehlen.

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